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WIGE goes public!

Das Westfälische Institut für Gesundheit auf der Innovationsstraße

Pressemitteilung vom 29.05.2013
Redaktion: Claudia Braczko

WIGE – das neue Westfälische Institut für Gesundheit der Westfälischen Hochschule – wurde jetzt offiziell aus der Wiege gehoben. Lange war man mit dem Vorhaben schwanger gegangen. Das Kind, dessen Geburt am 28. Mai am Hochschulstandort Buer schließlich gefeiert wurde, kann sich sehen lassen: künftig forschen 17 Wissenschaftler der WH aus den verschiedensten Disziplinen am Thema Gesundheit, zahlreiche Projekte wurden bereits angestoßen und sollen gemeinsam vorangetrieben werden.

Prof. Dr. Michael Brodmann, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, hob hervor, dass die Bemühungen der letzten Jahre, die Forschungsaktivitäten der Fachhochschule strategisch günstiger aufzustellen, erste Früchte tragen. Die Zusammenarbeit über Fachbereiche hinweg und der hohe Praxisbezug von WIGE böten die Chance, „Gesundheitsthemen in einer Vielfalt und Breite zu bearbeiten, wie es an vielen Universitäten gar nicht möglich ist“.

Abbildung Vorstand des Westfälischen Instituts für Gesundheit
Der Vorstand des Westfälischen Instituts für Gesundheit an der WH: Prof. Dr. Achim Zielesny, Prof. Dr. Heinrich Martin Overhoff, PD Dr. Josef Hilbert, Prof. Dr. Michael Greiling, Prof. Dr. Michael Veith. Foto: Barbara Laaser

Leitthema von WIGE ist INGE – die „Innovationsstraße Gesundheit“. Bei der Entwicklung innovativer medizinischer, technischer, biotechnischer wie auch organisatorischer Lösungen sollen alle Phasen des Innovationsgeschehens in den Blick genommen werden, von der Grundlagenforschung und Patentierung über klinische Studien, Zulassung und Einführung bis zur Anwendung beim Patienten. „Gleichzeitig müssen aber auch die Rahmenbedingungen für die breite Nutzung berücksichtigt werden: Anforderungen an Gesundheit und Lebensqualität, soziale und ökonomische Auswirkungen, Hürden und Chancen ihrer Anwendbarkeit, ihrer Verbreitung und Umsetzung“, so PD Dr. Josef Hilbert vom Institut Arbeit und Technik (IAT). Auch aus ingenieurtechnischer Sicht, so Prof. Dr. Heinrich Martin Overhoff, sei es unabdingbar, soziale und ökonomische Aspekte bereits in die experimentelle Forschung einzubringen, denn: „Bei der Entwicklung vermarktbarer Medizinprodukte hinkt Deutschland international hinterher. Wir müssen frühzeitig untereinander in Austausch treten und auf der Innovationsstraße die Weichen stellen“.

WIGE organisiert sich in fünf Säulen: Unter dem Schwerpunkt „Biofunktionalisierte Strukturen“ werden z.B. Oberflächen für Zahnimplante mit Biomolekülen beschichtet, damit die künstlichen Zähne besser und infektionsfrei anwachsen können – der „Aufbruch in eine neue Zahnmedizin“. Im Forschungsschwerpunkt „Technologien für die Molekulare Medizin“ forscht man u.a. an Trägersystemen für eine nebenwirkungsarme Medikamentenfreisetzung, nutzbar etwa in der Tumortherapie. Die „Biomedizinische Modellierung und Simulation“ untersucht biologische, physikalische und chemische Prozesse mit Hilfe von Computermodellen und dynamischen Szenarien, um beispielsweise die Patientensicherheit in der Magnetresonanztomographie zu verbessern.

Mit „Versorgungsstrukturen und –management“ befasst sich das IAT und entwickelt auf Grundlage regionaler Versorgungsanalysen z.B. Systemlösungen für die Schlaganfallversorgung. Hier erhofft man sich von WIGE Impulse aus der medizintechnischen und lebenswissenschaftlichen Forschung. Das Team für „Vertrauenswürdige Gesundheits-IT“ entwirft u.a. Prozessmodelle für Kliniken, mit denen für unterschiedliche Krankheitsbilder alle Abläufe von der Aufnahme bis zur Entlassung simuliert und später auch gesteuert werden können.

Drei Pilotprojekte auf der Innovationsstraße

Konkret wollen die WIGE-Wissenschaftler zunächst drei Pilotprojekte angehen, um die Arbeit auf der Innovationsstraße zu „üben“: die nebenwirkungsarme Medikamentenabgabe, Intelligente Tapes gegen Schlafapnoe sowie Gesundheitsbezogenes Quartiersmanagement. Dabei sind sich die Beteiligten einig: „Wir müssen uns mehr austauschen, damit wir uns besser verstehen: wer macht wie was mit wem auf den einzelnen Stufen der Innovationsstraße?“ Wie WIGE interdisziplinär arbeitet, zeigte auch das von Prof. Dr. Udo Jorczyk präsentierte Beispiel eines „Erschwinglichen Sturzdetektors“ – eine Uhr mit 3-Achsensensor, GPS und Alarmfunktion. „Die Produktumsetzung braucht eine ganzheitliche Lösung“ – dabei kann WIGE helfen.

Auf gute Zusammenarbeit setzt auch das Branchennetzwerk MedEcon Ruhr: „Mit unseren Projektverbünden und Entwicklungspartnerschaften können wir WIGE regional zuarbeiten. Gemeinsam sollte gelingen, dass Sie Wissenschaft erfolgreich in den Markt bringen, aber auch an den Patienten!“ Die Krankenhäuser in der Region bieten sich gerne an als Entwicklungs- und Erprobungspartner für das neue Institut, wie PD Dr. Elmar Busch von den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen versicherte. Schließlich gibt es auch bereits zahlreiche Absolventen der Westfälischen Hochschule, die sich als Manager im Gesundheitswesen in den Kliniken der Region mit Wirtschaftlichkeit, Personalbeschaffung, Mitarbeitergesundheit u.a. befassen, wie Prof. Bernd Mühlbauer, Gesundheitsökonom aus der WIGE, betonte.

Glückwünsche zum WIGE-Fest kamen auch aus der Politik: Landtagsabgeordnete Heike Gebhard (SPD) hob hervor, dass im Ruhrgebiet, wo der demografische Wandel weit fortgeschritten und die Versorgungsdichte hoch ist, WIGE „gut angesiedelt und nahe zur Praxis aufgestellt ist“. Für die Stadt Gelsenkirchen wünschte als „Patin“ Stadträtin Karin Welge vom Dezernat Gesundheit und Soziales „Gutes Gelingen! Ich bin an Ihrer Seite, wenn es um adäquate, bezahlbare und menschengerechte Versorgung der Menschen hier geht.“

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