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Deutsche Gesundheitswirtschaft international gefragt

Große Nachfrage nach Zusammenarbeit bei Diabetes und Schlaganfallversorgung in den Golfstaaten und Indien – IAT begleitet Internationalisierungs-Initiative des Landes Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung vom 21.02.2013
Redaktion: Claudia Braczko

Stärken der deutschen Gesundheitswirtschaft treffen auch international auf großes Interesse. Ausgehend von den Kompetenzfeldern Diabetes und Schlaganfallversorgung machte diese Erfahrung das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium im Rahmen seiner Initiative Gesundheitswirtschaft. Unternehmen und Krankenhäuser konnten in diesen Feldern nach Besuchen in Dubai, dem Oman, dem indischen Bundesstaat Kerala sowie in Chennai wirtschaftlich attraktive Kooperationen vereinbaren.

“Grundlage des Erfolgs ist die Organisation der Angebote entlang der Wertschöpfungs- und Versorgungsketten sowie von Systemlösungen, die sich auf Kompetenzcluster in der eigenen Region stützen” erklärt Stephan von Bandemer vom Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule), wissenschaftlicher Berater der Initiative.

In Dubai konnten Vertreter des Netzwerkes jetzt anlässlich eines wissenschaftlichen Symposions die erste Stroke-Unit besichtigen, die aufgrund der Kooperation ihre Arbeit aufnahm. Auch im Oman sind die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten. Hier warten die Neurologen nur noch auf die Lieferung der erforderlichen Monitoring Geräte für die Schlaganfallpatienten. Zudem wurde gemeinsam mit Vertretern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Oman, Saudi Arabien und Katar eine Schlaganfallgesellschaft gegründet, die eine Zusammenarbeit in der Region bei der Zertifizierung der Stroke-Units, dem Aufbau eines Schlaganfallregisters, der Qualifizierung sowie dem Einsatz von Telemedizin unterstützen soll.

Die Grundlage hierfür wurden durch ein Memorandum of Understanding zwischen dem Wirtschaftsministerium in Rheinland-Pfalz und der Dubai Health Authority im vergangenen Jahr gelegt. Mit dem Austausch von Expertenwissen wurden die organisatorischen Voraussetzungen für die Lieferung von Produkten und Dienstleistungen und die Behandlung der Patienten geschaffen. Die erfolgreiche Kooperation soll zwischen Dubai und dem Diabetes Cluster Rheinland-Pfalz, zu dem international aufgestellte Unternehmen, KMU, Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser und weitere Institutionen gehören, ausgebaut werden.

In Indien konnte das Diabetescluster bereits wichtige Ergebnisse erzielen. Im Bereich der klinischen Forschung wurde eine Kooperation zwischen dem Institut für klinische Forschung und Entwicklung und QUEST, einem großen Institut in Chennai, vorbereitet. Diese Kooperation soll deutschen Unternehmen bei der Forschung und Zulassung in Indien sowie indischen Unternehmen in Europa zu Gute kommen. In Kerala wird eine Wundakademie gegründet, die die Qualifikationsvoraussetzungen für die Behandlung chronischer Wunden mit Hilfe moderner Verfahren und Technologien schaffen wird. Damit besteht eine gute Ausgangsposition für den Ausbau der Kooperation, die bei einem Besuch indischer Experten in Rheinland-Pfalz im Mai besprochen und vereinbart werden soll.

„Die Stärke der deutschen Gesundheitswirtschaft besteht in der Verbindung innovativer Produkte, der ganzheitlichen Organisation von Angeboten und der Qualifikation. Für solche Systemlösungen besteht international eine hohe Nachfrage, da weltweit ca. 15 Mio. Schlaganfälle und allein in Indien 100 Mio. Diabetiker versorgt werden müssen“, stellt der IAT-Wissenschaftler Stephan von Bandemer fest. Bereits heute beträgt der Export der deutschen medizintechnischen und pharmazeutischen Industrie rund 50 Mrd. Euro pro Jahr. Mit der Nutzung der deutschen Standortvorteile könne der Export der Gesundheitswirtschaft noch deutlich gesteigert werden.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Stephan von Bandemer