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Mädchen wählen Technik

IAT wertete Schulförderprojekt aus

Pressemitteilung vom 16.06.2009
Redaktion: Claudia Braczko

Schon in der Schule fällt oft die Entscheidung, ob Mädchen Technik wählen oder einen typischen Frauenberuf ergreifen. Wie Mädchen besser an technische Berufe herangeführt und die Chancengleichheit von Mädchen und Jungen gefördert werden kann, war Ziel des Projektes „Mädchen wählen Technik – Berufs- und Lebensplanung für Mädchen unter besonderer Berücksichtigung von technisch orientierten Berufen“. Das vom Land NRW geförderte und von der Stiftung Partner für Schule NRW durchgeführte Projekt wurde vom Institut Arbeit und Technik (IAT/ Fachhochschule Gelsenkirchen) untersucht und ausgewertet.

Obwohl Mädchen in Deutschland durchschnittlich bessere Noten und Schulabschlüsse erzielen als Jungen, sind junge Frauen im beruflichen wie im universitären Ausbildungssystem in naturwissenschaftlichen und technischen Berufsfeldern deutlich unterrepräsentiert. Bei den technischen Ausbildungsberufen sind sie nur mit rund 10 Prozent vertreten, unter den 350 Ausbildungsberufen entscheiden sie sich meist für einige wenige Dienstleistungsberufe mit geringen Karriere- und Verdienstmöglichkeiten wie Verkäuferin, Arzthelferin oder Friseurin. Auch an den Hochschulen ist der Frauenanteil in den Ingenieur- und Naturwissenschaften eher gering, sie bevorzugen Fächer wie Sprachen, Pädagogik und Psychologie, zunehmend auch Jura und Wirtschaftswissenschaften.

Im Rahmen des Projektes „Mädchen und Technik“ wurden verschiedene Unterrichts-Bausteine und Lehrerfortbildungen entwickelt sowie Schulkonzepte zur Stärkung und Förderung der Technikkompetenzen bei Mädchen identifiziert. Das IAT befragte zu den Ergebnissen Lehrkräfte von 68 am Projekt beteiligten Schulen im Ruhrgebiet und führte mehrere Experteninterviews durch mit dem Ergebnis einer Reihe von Handlungsempfehlungen auch für die Weiterverbreitung an andere interessierte Schulen. Die befragten Lehrer profitierten nach eigenen Angaben von den Fortbildungsangeboten und wünschten sich häufig selbst mehr Fertigkeiten im praktischen Bereich. „Ideen für die Unterrichtspraxis“, „Projektmanagement“ und „Geschlechtergerechter Unterricht“ waren die am häufigsten besuchten Qualifizierungsveranstaltungen.

Die Unterrichtsbausteine für „Mädchen wählen Technik“ wurden an den Schulen unterschiedlich eingebunden von der Projektwoche über Arbeitsgruppen bis zum täglichen Regelunterricht. Als „zweischneidiges Schwert“ erwies sich die Einbeziehung von externen Experten, die zwar bereichernde technische Fertigkeiten beisteuerten, diese aber mangels didaktischen Know-hows den Schülerinnen und Schülern manchmal nur schlecht vermitteln konnten. Positiv bewertet wurde die Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben, diese Schnittstelle zwischen Schule, Berufsorientierung und tatsächlichem Berufseinstieg sei ausbaufähig.

Besonders wichtig sei es auch, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken. Sinnvoll sei es auch, das Thema vom Schulbeginn in der Grundschule bis zum Ende der weiterführenden Schule einzubinden und zum „Bestandteil des Schullebens“ zu machen und frühzeitig in eine langfristige Berufsorientierung einzubetten. Notwendig erscheint eine Verbesserung der technischen Ausstattung von Schulen, wie sie im Rahmen des Projektes möglich war.

Weitere Informationen: www.maedchenwaehlentechnik.de

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Fikret Öz