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Flexibler Wohnungs- und Bürobau mit Stahl

Flexibler Wohnungs- und Bürobau mit Stahl. Düsseldorf: Verl.- und Vertriebsges. Studiengesellschaft Stahlanwendung e. V.: Forschung für die Praxis, Bd. P-418. ISBN 3-930621-95-9

Lehner, Franz / Öz, Fikret / Widmaier, Brigitta

Abbildung Flexibler Wohnungs- und Bürobau mit Stahl

Zusammenfassung

Die Erfolgsaussichten für flexiblen Wohnungs- und Bürobau können durch Kooperation unterschiedlicher Akteure gesteigert werden. Das zeigen internationale Beispiele. Die große Herausforderung für Wohnungs- und Bürobau mit Stahl in Deutschland für eine erfolgreiche Markterschließung besteht vor allem in einer Verknüpfung verfügbarer oder sich bereits in Entwicklung befindlicher Teillösungen zu einem integrierten System.

Die vorliegende Arbeit des Instituts Arbeit und Technik, Gelsenkirchen stellt – nach einer Wertung der derzeitigen Situation – allgemeine Grundsätze auf, nach denen der Werkstoff Stahl im Wohnungs- und Bürobau nutzbringend und erfolgreich eingesetzt werden kann. Eine detaillierte Beschreibung einzelner Teilsysteme, die bereits im Markt eingeführt sind, wird nicht gegeben, vielmehr wird die Bedeutung und der Systemansatz für das vorteilhafte Bauen mit Stahl beschrieben.

Wegen der Besonderheiten des deutschen Baumarkts ist eine Systemlösung besonders wichtig. Bauen mit Stahl steht in einem harten Wettbewerb zum konventionellen Bauen und zum Betonfertigbau. In dieser Wettbewerbssituation kommt es darauf an, innerhalb kürzester Zeit ein integriertes Systemangebot zu entwickeln, das günstige Baukosten und eine möglichst hohe Flexibilität des Bauens bietet. Das kann die deutsche Stahlindustrie durch eine Gemeinschaftslösung erreichen.

Mit einem solchen Angebot hat die deutsche Stahlindustrie die Chance, der globale oder zumindest europäische Leitmarkt für Wohnungs- und Bürobau mit Stahl zu werden.Leitmärkte spielen, wie die Innovationsforschung deutlich macht, eine entscheidende Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg von neuen Lösungen, weil sie frühzeitig konkrete Informationen über die Nachfrage vermitteln. Sie setzen Trends und Standards für die weitere technische und wirtschaftliche Entwicklung neuer Produkte und lassen Netzwerke mit Kunden entstehen.

Den großen Vorteilen eines integrierten Systems steht ein vergleichsweise geringer Aufwand gegenüber. Die deutsche Stahlindustrie, die die tragenden Konstruktionsteile produziert, muß sich lediglich auf einen Basiskatalog einigen, der einen Rahmen zur Sicherung der Kompatibilität darstellt und folgende Punkte erfaßt:

  • einheitlich definierte Maße für die Standardteile des Systems
  • einheitlich gestaltete Schnittstellen für die Verbindung der Elemente des Systems
  • eine einheitliche Lösung für die Integration der Haustechnik
  • ein einheitliches Rastermaß für die Wand- und Deckengestaltung
  • Qualitätsstandards für alle Elemente des Systems

    Die Kooperation zur Entwicklung eines Baukastens schafft eine geeignete Basis, auf der die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen nachhaltig gestärkt werden kann. Ein solcher Basiskatalog erlaubt es den Stahlunternehmen, ihre unterschiedlichen Trägersysteme und Profile und auch andere eigene Lösungen konkurrierend anzubieten. Gleichzeitig bietet dieser Katalog die Vorteile einer integrierten Systemlösung, die ihre weitere Ausdifferenzierung auf dem Markt erfahren wird.