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Verbleibstudie der Absolventinnen und Absolventen der Modellstudiengänge in Nordrhein-Westfalen / VAMOS NRW

Hintergrund

Durch Modellklauseln in den Berufsgesetzen ist es seit 2003 (Pflegeberufe) bzw. 2009 (Hebammen, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) möglich, ausbildungsintegrierende Studiengänge für die genannten Gesundheitsberufe durchzuführen. Im Wintersemester 2010/2011 wurden an sieben Hochschulen in Nordrhein-Westfalen insgesamt elf solcher Modellstudiengänge eingerichtet. 2012 bis 2014 wurden sie im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung evaluiert. Ergänzend wird eine Verbleibstudie der Absolventinnen und Absolventen durchgeführt. Diese soll in drei Module gegliedert sein. Die Module A (Beschäftigungssituation und Verbleib) und B (Kompetenzeinschätzung) werden durch die beteiligten Hochschulen mittels Absolvent*innenbefragung verantwortet. Das Modul C (Arbeitgeberperspektive) wird gemeinsam vom IAT und dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ; Universität Duisburg-Essen) durchgeführt.

Fragestellungen und Ziele im Modul C:

Durch die Arbeitgeberbefragung sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden,

• welche Aufgaben- und Verantwortungsbereiche die Absolvent*innen übernehmen, welche erworbenen Qualifikationen sie einsetzen und inwieweit diese sich von jenen ihrer nicht akademisch qualifizierten Kolleg*innen unterscheiden;

• wie sich die Einschätzungen, Erfahrungen und Planungen der Arbeitgeber diesbezüglich darstellen;

• welche Rahmenbedingungen und Organisationsmerkmale begünstigend bzw. hemmend auf die qualifikationsadäquate Berufseinmündung und eine kontinuierliche Erwerbsbeteiligung wirken;

• wie der Erfolg der Studiengänge aus Sicht der Arbeitgeber zu beurteilen ist und wie sich ihre Zufriedenheit darstellt.

Vorgehen

• Basis der Erhebung ist ein datenbankgestütztes Literaturreview. Dieses zielt auf eine umfassende Sichtung von Forschungsergebnissen, die zum einen Interessen, Anforderungen und Erwartungen von Arbeitgebern im Kontext der Beschäftigung akademisch qualifizierter Gesundheitsfachberufe zum Gegenstand haben. Zum anderen soll herausgearbeitet werden, welche Erkenntnisse zu Unterstützungsleistungen sowie fördernden und hemmenden Faktoren im Einstellungs-, Einmündungs- und Entwicklungsprozess von Absolvent*innen in die/in der Arbeitswelt vorliegen.

• Im nächsten Schritt wird eine Online-Befragung unter Arbeitgebern durchgeführt. Dabei sollen vorrangig alle tatsächlichen Arbeitgeber der Absolvent*innen erreicht werden, da nur diese über eigene Erfahrungen mit deren Einsatz berichten können. Institutionen, die (noch) keine Absolvent*innen eingestellt haben, sollen ergänzend einbezogen werden, um etwas über ihre Gründe und ihre zukünftigen Planungen zu erfahren.

• Weiterhin soll der differenzierten Landschaft dadurch entsprochen werden, dass die unterschiedlichen Arbeitsfelder und Berufe vertiefend qualitativ untersucht werden, um auf diese Weise zu einem differenzierten Verständnis der Arbeitgeberperspektiven zu gelangen. Die Durchführung von rund 35 qualitativen problemzentrierten Interviews, die auf der Online-Befragung aufbauen, schafft die Möglichkeit, auf institutionen- und berufsfeldspezifische Unterschiede einzugehen. Die Interviews werden teilweise als Telefoninterviews und teilweise als Face-to-face-Interviews durchgeführt.

Die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Erhebung werden in einem Validierungsworkshop präsentiert und mit der Zielgruppe der Arbeitgeber im Vorfeld der Berichtslegung diskutiert.

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