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Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen: Ressourcen- und potenzialorientierte Gestaltung der Arbeitswelt für Flüchtlinge in den Branchen Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk / SELMA

Ziel und Aufgabenstellung

Für die Bewältigung von Zuwanderung im Sinne erfolgreicher Integration ist die lokale Arbeitsmarktintegration ein zentraler Faktor. Strategien einer sozial und wirtschaftlich nachhaltigen Gestaltung der Flüchtlingsmigration vollziehen sich in NRW in enger Verschränkung von soziodemographischem, sozialstrukturellem und wirtschaftsstrukturellemWandel. Dies birgt für Nordrhein-Westfalen (NRW) besondere Chancen, aber auch Risiken.

Die drei Branchenfelder Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk sind in NRW bereits heute für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten von hoher Bedeutung. Die Sensibilisierung, Deutung und der Umgang mit (fachlich-)kulturellen Differenzen im Kontext spezifischer Branchen-, Berufs- und Arbeitskulturen ist ein kritischer Erfolgsfaktor im Integrationsprozess. Dabei müssen sowohl Prozesse der Einmündung in die Arbeitswelt, als auch die Entwicklungsperspektiven in der Arbeitswelt analysiert werden.

Vorliegende Daten weisen u.a. darauf hin, dass es trotz erfolgreicher Aufnahme eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes derzeit häufig zum Drop-Out der Geflüchteten kommt. Branchenspezifische Arbeitswelten sind derzeit nur bedingt in der Lage, einen ressourcen- und potenzialorientierten Integrationsprozess zu unterstützen. Unberücksichtigt bleibt zudem, welche komplexen Erwerbs- und Entwicklungsbiographien, aber auch Interessen und Erwartungen die Individuen mitbringen und wie diese ressourcen- und potenzialorientiert in der Arbeitswelt fortgeschrieben werden können, so dass sie nachhaltig einen sozialkulturellen und ökonomischen Beitrag leisten.

Vorgehen

Das Forschungsvorhaben setzt hier an und untersucht die Frage, wie selektiv Prozesse der Einmündung in betriebliche Arbeitswelten in den drei Branchen (Altenpflege, IT-Wirtschaft, Bauhandwerk) verlaufen. Zudem wird erforscht, welche Mehrdeutigkeiten den Entwicklungsprozess in der Arbeitswelt vor dem Hintergrund historisch-pfadabhängiger Arbeitskulturen erschweren. Folgende Arbeitsschritte werden in dem Projekt bearbeitet:

  1. Zielgruppen- und Branchenprofilanalyse
  2. Erwerbsbiografische Potenzialerfassung
  3. Mapping des Untersuchungsfeldes und überbetriebliche Selektivitätsanalyse
  4. Aufbau eines Expertenbeirats
  5. Rekonstruktion betrieblicher Einmündungs- und Entwicklungsprozesse
  6. Diachrone Analyse: Gesellschaftliche Transformationen, Migration und Arbeitswelt
  7. Ableitung von Entwicklungsszenarien und Handlungsempfehlungen
  8. Wissenstransfer und Aufbau eines interdisziplionären Forschungs- und Kompetenzzentrums zur Arbeitsintegration von Geflüchteten

Partner des Projektkonsortiums


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