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Exploration neuer Formen der Sorgearbeit in Sozial- und Gesundheitswirtschaft / KümmererSoGe

Ziel und Aufgabenstellung

Gegenstand dieser explorativen Untersuchung sind neue Formen bezahlter, vertraglich kodifizierter und als professionelle Erwerbsarbeit erbrachter Sorgearbeit im Umfeld von Gesundheit, Pflege und Betreuung. Bislang liegen nur wenige empirische Erkenntnisse über diesen neuen Typus von Sorgearbeit vor. Konstituierende Merkmale von Sorgearbeit sind die personenbezogene Betreuung, Zuwendung und Aufwendung von Zeit. Somit lassen sich die neuen Formen der Sorgearbeit lassen nicht vollständig auf formale, „abrechenbare“ Leistungen reduzieren und unterscheiden sich in dieser Hinsicht stark von den klassischen Care-Berufen wie Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege, die sich häufig in einem starren Korsett von leistungsrechtlichen und zeitlichen Vorgaben bewegen müssen. Anhand eines ersten Überblicks über Tätigkeiten mit „Kümmerfunktion“ zeigt sich bereits ein vielfältiges Bild verschiedenster Arbeitsfelder, Tätigkeiten und Berufe, die häufig auf der Basis von Pilotprojekten ins Lebens gerufen wurden und sich bereits zum Teil perpetuiert haben. Im Fokus der Studie stehen die Tätigkeiten der Gesundheitshelfer/innen, Schlaganfall-Lots/innen, Quartiersmanager/innen, Case-Manager/innen, Demenz-Koordinator/innen sowie der Entlastenden Versorgungs-Assistentin (EVA) in der Hausarztpraxis. Dabei handelt es sich jeweils um neue, zum Teil auch sehr individuelle Zuschnitte von Sorgearbeit, die im Rahmen des Projekts exploriert und anhand von Arbeits- und Tätigkeitsprofilen profiliert werden soll.

Vorgehen

Das Vorgehen der Studie ist qualitativ angelegt. Anhand halbstandardisierter, leitfadengestützter Interviews mit Vertreterinnen der neuen Kümmerer-Berufe werden berufsbiographische Informationen gewonnen, mithilfe derer Typen der Kümmer- und Sorgearbeit identifiziert und anhand von Arbeits- und Tätigkeitsprofilen systematisch beschrieben werden können. Es soll herausgearbeitet werden welche spezifische Funktion diese in der Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft übernehmen. Entsprechend stützen sich die Interviews auf den Arbeitsschwerpunkt und die betriebliche Anbindung sowie Arbeitsbedingungen, das Arbeitsumfeld sowie die konkreten Tätigkeiten des Kümmerns und schließlich Nutzen und Wirkung der Kümmerer-Tätigkeit. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus aufzeigen wie die Kümmerer-Tätigkeit im individuellen Karriereverlauf der Interviewpartner/innen eingebettet ist und zum anderen darüber Aufschluss geben wie Care-Arbeit in der Betriebspolitik zwischen traditioneller Pflege und Begleitung und neuen Angeboten reorganisiert wird.

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