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Gesundheitswirtschaft Schleswig-Holstein Standortfaktor und Zukunftstreiber / GESUWISchleswig-Holstein

Hintergrund und Ziel der Studie

Die „Gesundheitswirtschaft“ ist in den letzten Jahren zu einem überaus wichtigen Baustein in der Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklung geworden. Während viele andere Wirtschaftsbereiche von Beschäftigungs- und Umsatzeinbußen betroffen waren, ist die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in den letzten Jahren positiv. Bundesweit arbeiten hier knapp 5,3 Mio. Menschen (Angaben IAT), der Umsatz beträgt nahezu 290 Mrd. Euro (Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes).

Die Ursachen dieser Entwicklung liegen darin, dass die gesellschaftliche Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen zum Erhalt oder der Wiederherstellung von Gesundheit aufgrund des sozio-demografischen Wandels sowie des medizinischen und medizintechnischen Fortschritts weiter ansteigt. Gleichzeitig ist aber zu konstatieren, dass viele Einrichtungen einem erhöhten Druck zur betriebswirtschaftlichen Effizienz, insbesondere durch Einführung von Fallpauschalen in den Krankenhäusern, ausgesetzt sind. Dies führte in den letzten Jahren zu einem Abbau von Planstellen in den Einrichtungen und einer dünnen Personaldecke (Bräutigam et al 2009). Die Folge war häufig eine erhöhte Arbeitsbelastung der Beschäftigten.

Auch Schleswig-Holstein hat bereits frühzeitig die Chancen und Herausforderungen der Gesundheitswirtschaft erkannt. Mit den durch das IAT erarbeiten Studien „Gesundheit ist Zukunft“ (2009) und „Gesundheitsland zwischen den Meeren“ (2010) wurden bereits Analysen und Prognosen zur Struktur der Gesundheitswirtschaft vorgenommen. Ziel der jetzigen Arbeit ist vor diesem Hintergrund eine detaillierte Analyse der aktuellen und zukünftigen Beschäftigungslage sowie der tiefergehenden Ermittlung der aktuellen wirtschaftlichen Bedeutung der Branche entlang der für die Region wichtigen Handlungsfelder

  • Gesundheitstourismus und Medical Wellness,
  • Gesundheitsstandort Haushalt sowie
  • Medizintechnik/Rehatechnik/Orthopädietechnik.

Vorgehen

Im Rahmen der Studie sollen die Stärken und Herausforderung für die regionale Gesundheitswirtschaft analysiert und aufgezeigt werden. Hierzu wird im Rahmen einer detaillierten quantitativen Analyse die wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft SH sowie die Beschäftigungsrelevanz im Zeitverlauf sowie vergleichend mit der Bundesentwicklung untersucht. Darüber hinaus werden rund 25 leitfadengestützte Face-to-Face Interviews mit ausgewählten Expertinnen und Experten aus den drei verschiedenen Handlungsfeldern durchgeführt. Im Rahmen eines themenzentrierten Arbeitstreffens mit den ausgewählten Expertinnen und Experten werden zudem Zwischenergebnisse präsentiert, reflektiert und diskutiert. Die Ergebnisse der Analysen werden im Rahmen einer Studie dem Auftraggeber, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein übermittelt.