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Präventiver Strukturwandel - Strukturpolitische Möglichkeiten für die Innovationsregion Rheinisches Revier / StrukturwandelRR

Ziel und Aufgabenstellung

Bilbaos Guggenheim-Effekt, der „blaue Himmel“ über dem Ruhrgebiet, Internationale Bauaustellung Emscher Park oder die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land – um nur einige zu nennen – sind Beispiele, die zeigen wie Strukturwandel erfolgreich unterstützt und politisch flankiert werden kann. Allerdings sind diese Ansätze verständlicherweise nachsorgend, das heißt es wird versucht eine sich im Niedergang befindliche Wirtschaftsstruktur neu auszurichten, die oftmals geschundene Landschaft zu reparieren, die Bildungseinrichtungen und Lebensqualität zu verbessern und insgesamt das Image der Region nach Innen und Außen wieder positiv zu besetzen. Regionale Strukturpolitik zur Gestaltung des Strukturwandels ist in der Regel eine revitalisierende und reparierende Politik. Dies liegt einerseits darin begründet, dass Strukturpolitik einem interventionistischen Impuls (z.B. eine vorliegende regionale Disparität) folgt. Anderseits muss eine perspektivische, in die Zukunft gerichtete Strukturpolitik immer vor dem Hintergrund von Unsicherheiten agieren, da die zukünftige Entwicklung einzelner Sektoren sich nie ganz genau bestimmen lässt. Auch wenn es immer wieder Versuche gegeben hat, zum Beispiel in den 1970er Jahren unter dem Titel „präventive Strukturpolitik“ Strukturwandel und Strukturpolitik um eine perspektivische Ebene zu erweitern und seit den 2000er Jahren verschiedene Transformationsansätze sich mit der Frage beschäftigen, wie eine wirtschaftliche, soziale und vor allem ökologische Resilienz (im Sinne einer Anti-Vulnerabilität) geschaffen werden kann, zeigt sich kein integriertes Konzept in der regionalwirtschaftlichen Theoriebildung und in ihren Modellen, das für eine Prävention geeignet wäre. 
Im Rahmen eines für den Nordrhein-Westfälischen Landtag zu erstellenden Gutachtens haben wir aus einer theoriebasierten Perspektive untersucht, ob und wie sich der Strukturwandel in der Innovationsregion Rheinisches Revier vorsorgend gestalten lässt. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Region wirtschaftsstrukturell stark vom Braunkohlebergbau geprägt und deren Endlichkeit aufgrund der begrenzten Braunkohlevorkommen absehbar ist. Eine zurzeit den industriellen Kern bestimmende aber mittelfristig versiegende Rohstoffbasis reduziert die Unsicherheiten und macht eine perspektivische, den Strukturwandel gestaltende Interventionsstrategie dringlicher, aber auch einfacher und akzeptabler. 
Im Rahmen des Gutachtens wurden wir folgende Fragen gestellt:

  1. Was ist perspektivische Strukturpolitik?
  2. Welche Versatzstücke theoretischer Modelle und praktischer Ansätze zur Begleitung eines präventiven Strukturwandels lassen sich ableiten?
  3. Welche Elemente lassen sich auf die Innovationsregion Rheinisches Revier anwenden?
  4. Von welchen (internationalen) Projekten, Programmen (z.B. EU) und Steuerungsmodellen lassen sich Lerneffekte im Sinne einer Vorbildfunktion für das „Rheinisches Revier“ ableiten?
  5. Welche Aspekte sollte eine perspektivische Strukturpolitik im „Rheinischen Revier“ beinhalten, welche Institutionen und Akteure werden dazu benötigt und wie sind diese zu bündeln?


Gutachten  

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