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Sektorenübergreifendes kommunales Gesundheitsmanagement für ein lebenswertes und vitales Altern / PROVIVA

Ziel und Aufgabenstellung

Altersgerechte Versorgungsmodelle, Produkte und Dienstleistungen sind vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine dringende gesellschaftliche Notwendigkeit der Daseinsvorsorge. Entsprechende soziale Innovationen im gesundheitlichen Versorgungssystem bieten zugleich bedeutsame ökonomische Chancen für die lokale Wirtschaft. Ziel muss sein, das selbstbestimmte Leben älterer Menschen im gewohnten sozialen Lebensumfeld zu fördern, die Kommunikation mit pflegenden Angehörigen, Nachbarn und im Freundeskreis zu stärken, die Qualität der ärztlichen, pharmazeutischen und pflegerischen Versorgung zu gewährleisten und damit den Umzug älterer Menschen in stationäre Pflegeeinrichtungen so lange wie möglich zu verzögern. Es mangelt nicht an modellhaft erprobten technischen Systemen zur Unterstützung des Verbleibs in den eigenen vier Wänden (z.B. IT-Lösungen, AAL). Es fehlt bislang deren exemplarische nutzerorientierte Implementierung in der realen regionalen Versorgungssituation vor Ort. Dieser Herausforderung will sich das Gemeinschaftsprojekt der Gesundheitsregion KölnBonn in der Modellregion Leverkusen stellen.

Vorgehen

Die Stärkung der Teilhabe und der sicheren Versorgung im vertrauten Zuhause älterer Menschen – insbesondere bei krankheits- bzw. pflegebedingten Unterstützungsbedarfen – soll in dem Projekt über sechs Bausteine erreicht werden:

  1. Quartiersmanagement: Modellhafte Ingangsetzung eines technikunterstützten Quartiersmanagements zur intersektoral koordinierten Vernetzung von Betreuungsangeboten in zwei Leverkusener Wohnquartieren.
  2. Kommunales Gesundheitsmanagement: Einbindung, Nutzung und Weiterentwicklung eines bereits vorhandenen technisch unterstützten Betreuungssystems für Patienten mit Herzinsuffizienz zu einem kommunalen Gesundheitsmanagement.
  3. Virtuelles Gesundheitszentrum: Integration vorhandener Anlaufstellen (vorzugsweise Hausnotrufzentrale) in die kommunikative und sozial-technische Vernetzung relevanter Dienstleistungen in den erfassten Wohnquartieren.
  4. Qualifizierung: Unterstützung des Quartiers-Management (Quartiersmanager/innen, Pflegekräfte, Pflegeberater) durch Case-Management-Funktionen.
  5. Mitalternder Wohnraum: Entwicklung und Erprobung von Konzepten für eine alterstaugliche, generationsübergreifende Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung sowohl für Neu- als auch für Bestandsbauten in Zusammenarbeit mit der örtlichen Wohnungswirtschaft.
  6. Evaluation: Im Rahmen des Projektes soll eine formative Evaluation die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen im Hinblick auf Übertragbarkeit auf andere Quartiere und Nachhaltigkeit sicherstellen.

Das Institut Arbeit und Technik bearbeitet in diesem Projekt gemeinsam mit HealthCapital KölnBonn den Baustein 6 „ Evaluation“. Folgende Schritte sind in dem durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des LandesNRW und durch die EU geförderte Projekt im Rahmen der Projektlaufzeit 15.02.2013-31.07.2015 für die Evaluation geplant:

  1. Begleitung der einzelnen Teilprojekte
  2. Wirkungsanalyse der intersektoralen Versorgung
  3. Wirksamkeitsanalyse des Einsatzes von technischen Assistenzsystemen im Alltagsbetrieb.
    Im Rahmen der Evaluation soll eine Befragung der älteren Menschen sowie zentraler Versorgungsdienstleister in den zwei Quartieren Rheindorf und Opladen in Hinblick auf Wünsche und Anforderungen an ein kommunales Versorgungsmanagement erfolgen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden die fünf Teilmaßnahmen in Hinblick auf ihr Zusammenspiel in den zwei Quartieren auf Ihre Wirksamkeit, also der Verbesserung der Versorgung sowie der Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit hin begleitet. Hierzu werden die im Rahmen der Teilmaßnahamen durch qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung erhobenen Erkenntnisse und Kennzahlen tiefgehend analysiert und den beteiligten Akteuren zur Reflexion und Nachsteuerung zugänglich gemacht.

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