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Rehabilitation nach Schlaganfall / Schlaganfallhilfe

Ziel und Aufgabenstellung

In Deutschland erleiden ca. 250.000 Menschen pro Jahr einen ischämischen Schlaganfall. Durch die Optimierung der Therapie in der Akutphase wird mittlerweile eine deutliche Verbesserung der Anfangssymptomatik der Patienten nach Abschluss der stationären Phase erreicht. Die deutschlandweit operierenden ca. 180 Stroke Units, die auf die Akutversorgung von Schlaganfällen spezialisiert sind, übernehmen mittlerweile zum überwiegenden Teil die Versorgung der Patienten. Ungefähr 38% der Patienten verlassen das Akutkrankenhaus mit geringgradigen bis mäßigen Funktionsbeeinträchtigungen und ca. 20% mit mittelgradigen bis schweren Funktionsbeeinträchtigungen.

Für weitere Erfolge bei der Heilung und für einen besseren Umgang mit den Funktionseinschränkungen kommt es mithin auf eine wirkungsvolle Rehabilitation an. Ca. 50% der Patienten werden direkt nach Hause entlassen ohne eine stationäre Rehabilitation in Anspruch zu nehmen, ca. 30% nehmen eine stationäre Rehabilitation in Anspruch, 5% werden sofort in eine stationäre Pflegeeinrichtung weitergeleitet. Für alle Patienten ist gleichermaßen wichtig, dass die Rehabilitation zu Hause dauerhaft fortgeführt wird und eine Sekundärprophylaxe stattfindet. Langfristige Rehabilitationsmaßnahme tragen dazu bei die Folgen des Schlaganfalls zu mindern und in vielen Fällen eine Rückbildung der Symptome zu erreichen. Bei den Versorgungsstrukturen und der Organisation der Anschlussversorgung nach einem Schlaganfall bestehen allerdings – so die Ergebnisse einer detaillierten Expertenbefragung der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe (SDSH) – erhebliche Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten sowie erhebliche regionale Unterschiede.

Im Rahmen der Reha-Foren sind die von den Experten herausgearbeiteten Verbesserungsmöglichkeiten sowie die regionalen Unterschiede der Ausgangspunkt gewesen, um „vor Ort“ an der Weiterentwicklung und Optimierung der Rehabilitation nach Schlaganfall zu arbeiten. Das Vorhaben hat die gesamte Versorgungskette Schlaganfall im Blick behalten, um zu vermeiden, dass neue oder zusätzliche Schnittstellenprobleme geschaffen werden. Der Fokus der Analyse und Gestaltungsaktivitäten lag aber im Bereich der Rehabilitation und dem Übergang zwischen Akutversorgung und den anschließenden Rehabilitationsmaßnahmen.

Vorgehen

Gestartet wurde mit einer systematischen Datenaufbereitung zur Ist-Situation. Durch den Abgleich des Geschehens „vor Ort“ mit den Gestaltungsempfehlungen der Experten sowie mit dem, was in anderen Regionen vorzufinden war, wurden konkrete Schritte zur Verbesserung erörtert und bewertet. Diese wurden anschließend im Dialog mit den Akteuren zu einer Roadmap verdichtet, die Handlungsschritte, Zeit- und Ressourcenplan sowie Verantwortlichkeiten und eine Steuerungsinstanz festlegten.