Titelbild

Zur weiteren Entwicklung der Cluster in OWL durch Netzwerke / ClusterOWL

Ausgangspunkt und Zielsetzung

Die Vernetzung der wirtschaftlichen Kompetenzen bzw. das Clustermanagement hat sich in OWL in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Heute findet sich in dieser Region eine gute Ausgangsposition für die Unterstützung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung, die es weiter zu entwickeln gilt. Eine weitere Entwicklung erscheint deshalb überlegenswert, weil zum einen innerhalb der Region die Konsequenz und Geschwindigkeit in den einzelnen Netzwerken unterschiedlich ausgeprägt ist. Zum anderen sind im europäischen Rahmen in den vergangenen Jahren umfangreiche und sehr differenzierte Erfahrungen im Cluster- bzw. im Netzwerkmanagement gewonnen worden, die Anregungen für eine weitere Entwicklung auch in OWL geben können. Von daher zielte das Projekt “Zur weiteren Entwicklung der Cluster in OWL durch Netzwerke” darauf ab, eine strategische Grundlage für die weitere Entwicklung der Cluster in OWL zu bieten, wobei die Interessen aus den Clustern selbst, wie auch der Blick über die Region hinaus im Mittelpunkt standen.

Das Ziel des Projektes bestand darin, Aktivitäten und Projekte zu skizzieren, um die weitere Entwicklung in den einzelnen Clustern und Netzwerken der Region zu unterstützen. Weiterhin wurde das Zusammenspiel der Aktivitäten untersucht, aus denen sich Verbindungen zwischen den Entwicklungen und Potenzialen in den Clustern Themen für gemeinsame, übergreifende Aktivitäten ergaben. Daneben stand im Vordergrund der gemeinsame Lernprozess, der sowohl das Lernen von einander wie auch das Lernen von anderen förderte. Dabei hat einen erheblichen Teil des Prozesses die strategische Ausrichtung innerhalb der Netzwerke ausgemacht wie auch das gemeinsame Reflektieren, um sich auf neue Herausforderungen einzustellen und so “Lock-in” Effekte weitestgehend zu vermeiden.

Die Zielsetzung des Projektes kann anhand folgender Schritte noch einmal veranschaulicht werden:

  1. Herausarbeiten von Potenzialen für Projektvorhaben in den einzelnen Clustern,
  2. Anregungen durch Benchmarks und Experten von Außen geben,
  3. Identifizieren von Synergiepotenzialen und Projekten zwischen den Clustern bzw. Netzwerken (Querschnittsbereiche).

Dabei wurden die Eigenheiten der einzelnen Netzwerke berücksichtigt werden.

Vorgehen

Um die oben kurz skizzierten Ziele zu erreichen, bestand seitens der Partner und des IAT-Teams Einigkeit darüber, dass es sich bei dem Projekt nicht um ein klassisches wissenschaftliches Gutachten handelt, sondern um einen iterativen Prozess, der auch nach Ablauf der Projektdauer weiterhin von den Partner begleitet wird, um im Vorfeld diskutierte Ziele dauerhaft zu verfolgen und die im Zuge des Projektes entstandene Zusammenarbeit fortzuführen. Durch den festgelegten Rahmen ist nun ein wissenschaftlicher (also durch empirische Daten und theoretische Hintergründe) fundierter, gemeinsamer Prozess entstanden. Alle Projektergebnisse wurden demnach zusammen und in Rückkopplung mit den Partnern erarbeitet und resultieren aus gemeinsamen Gesprächen und Diskussionen.

Neben den regionalen und überregionalen Hintergrundinformationen waren vor allem folgende Elemente für die Gestaltung dieses Prozesses wesentlich:

  • Abstimmung der konkreten Untersuchungsschritte und Fragestellungen sowie Auswahl der im weiteren Verlauf zu befragenden Unternehmen mit den Netzwerkmanagern;

  • Befragung in Form von Expertengesprächen mit insgesamt 43 Akteuren aus Unternehmen; diese Befragung sollte keinen repräsentativen Charakter haben, sondern möglichst konkrete Erwartungen und Einschätzungen seitens der Unternehmen ausloten;

  • Hintergrundgespräche mit Wirtschaftsförderern aus der Region;

  • Nutzung von Erfahrungen aus anderen Regionen in Form von Benchmarkaktivitäten. Hierbei wurde nicht nur auf die Literatur zurückgegriffen, sondern in Form von vier Vorträgen (Maschinenbau, Ernährung, Informationstechnik, Biotechnologie) Netzwerkmanager aus anderen Regionen eingeladen und für intensive Diskussionen (die immer wieder auch die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit zwischen den Netzwerken aufwarfen) genutzt;

  • vertiefende Diskussion gemeinsam ausgewählter Themen bzw. Projekte in Form von fokussierten Gruppengesprächen, wobei jeweils für diese Themen weitere Akteure eingeladen wurden;

  • eine kontinuierliche Rückkopplung der Ergebnisse im Rahmen der dieses Projekt begleitenden Arbeitsgruppe, die sich insgesamt sieben mal traf, um Zwischenergebnisse zu diskutieren und weitere Arbeitsschritte zu konkretisieren sowie

  • ein Austausch zwischen den Netzwerkmanagern, insbesondere was mögliche gemeinsame Themen und Aktivitäten betraf, der ebenfalls im Rahmen der das Projekt begleitenden Arbeitsgruppe stattfand.

Ergebnisse

Netzwerke in OWL haben eine starke Ausgangsposition. Diese ermöglicht es ihnen, sich um Fördermöglichkeiten zu kümmern, die sie für eine weitere Professionalisierung und zugleich für eine strategische Entwicklung ihrer Aktivitäten einsetzen können. Vor allem im Bereich des Netzwerkmanagements und Clustermanagements, die sich auf dem Weg befinden eine eigenständige Säule moderner dezentraler Wirtschaftspolitik zu werden, könnten Netzwerke durch diverse Fördermöglichkeiten neben der kommunalen Wirtschaftsförderung und der regionalen Arbeitsmarktpolitik an Bedeutung gewinnen. Wichtig dabei ist dies im Auge zu behalten, da die knappen Ressourcen und der Zeitdruck der Netzwerkmanager im Verlauf des Projektes deutlich geworden sind. Netzwerk- und Clustermanagement hat europaweit mittlerweile eine Verbreitung erreicht, so dass von einer vierten Säule dezentraler Wirtschaftspolitik gesprochen werden kann. Deshalb wäre auch in OWL anzuraten künftig dem Clustermanager mehr Bedeutung zukommen zu lassen und seine Arbeit nicht mehr “nebenbei” erfolgen zu lassen. Problematisch erscheint dies deswegen, weil die Finanzierungsmöglichkeiten eingeschränkt sind und auch in den anstehenden Landeswettbewerben in erster Linie Projekte und nicht die personenbezogene Aufgabenbereiche gefördert werden.

Weiterhin zu betonen ist die gute Zusammenarbeit der mittelständischen Unternehmen der Region, die sich durch die Netzwerkarbeit und Netzwerkmitgliedschaft teilweise vom “Einzelkämpfertum” Richtung Kooperationspartner entwickelt haben, was bei den durchgeführten Experten- und Unternehmensgesprächen mehrfach angeführt wurde. Diese Offenheit für Kooperationen kann in der Regel auch auf der Netzwerkbasis dazu führen, dass ein rechtzeitiger Austausch über geplante Aktivitäten wie Projekte stattfindet und die Suche nach potenziellen Partnern für neue und geplante Projekte auch die Mitgliedsunternehmen anderer Netzwerke berücksichtigt.

Auf der Basis der neuen Kooperationsebene können auch weiterhin Erfahrungen bezüglich strategischer Ausrichtung der einzelnen Netzwerke erfolgen. Das gemeinsame Lernen und vor allem der Austausch und das Lernen von einander stellt eine künftige Herausforderung an die Clustermanager dar, die sie gemeinsamen angehen können. In dem Rahmen bleibt auch Raum für eine gemeinsame Beteiligung an Landeswettbewerben und weiterer gemeinsamer Ressourcenakquisition. Dies könnte beispielsweise durch eine gemeinsame Entwicklung neuer notwendiger Projekte erfolgen, die sich aus den Querschnittsthemen, die von dem IAT-Team nach den Experten- und Unternehmensgesprächen vorgeschlagen wurden, ergeben.

Ein weiteres Augenmerk könnte auch auf dem überregionalen Austausch mit möglichen Kooperationspartnern liegen, dafür sind regionenübergreifende Netzwerkveranstaltungen als Austauschplattformen zu nutzen. Eine überregionale Zusammenarbeit wird künftig mehr denn je an Bedeutung gewinnen, da die künftige Ausrichtung der Strukturpolitik in NRW auch die Netzwerke in OWL fordern wird, ihre strategische Ausrichtung zu überdenken um sich in ein größeres Ganzes einzufügen. Dabei könnte eine vorige überregionale Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken den Prozess vereinfachen und zu einer besseren Abstimmung untereinander führen.

Nicht zuletzt sollte weiterhin an einer gemeinsamen Außendarstellung der Netzwerke und der Region als solche gearbeitet werden. Unter der Berücksichtigung des deutlich steigenden globalen Wettbewerbs bildet dieser Punkt eine der wichtigsten Herausforderungen nicht nur für das Clustermanagement, sondern auch für die Region selbst. Dabei sollte das Anwerben von qualifizierten Arbeitskräften und deren dauerhafte Bindung an die Region eine große Rolle spielen. Nicht zuletzt kann ein starkes gemeinsames Image dazu beitragen, dass Netzwerke in OWL nicht nur national, sondern immer mehr auf der internationalen Ebene wahrgenommen werden.

Weitere Projekte


Die Stadt Gelsenkirchen hat mit dem Beitrag „Lernende Stadt – Bildung und Partizipation als Strategien sozialräumlicher Entwicklung“ die zweite Stufe...
Mehr

Methodisch erschließt das Projekt die Transaktionsdaten des Private-Equity-Marktes, die von den Informationsdienstleistern...
Mehr