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Geschäftsstelle Seniorenwirtschaft II / GSW

Ziel und Aufgabenstellung

Bislang wurde das Altern der Gesellschaft überwiegend als ein Problem des (Wirtschaft-) Standorts Deutschland diskutiert und die Alten in der Gesellschaft hauptsächlich als Last und Kostenfaktor gesehen. In letzter Zeit wird jedoch vermehrt auf die sich daraus ergebenden Chancen für Wirtschaft und Beschäftigung hingewiesen und dazu aufgefordert, den Bedürfnissen und wirtschaftlichen Potenzialen älterer Menschen mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Landesinitiative Seniorenwirtschaft NRW will dazu beitragen, dass das Angebot an Produkten und Dienstleistungen zur Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen verbessert wird. Dadurch soll

  • die Lebenssituation älterer Mitbürger/-innen in NRW verbessert werden,
  • der Beschäftigungsstand in Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für ältere Menschen liefern, deutlich ausgeweitet werden,
  • die Kaufkraft älterer Menschen aus NRW (aber auch aus Nachbarregionen) mobilisiert werden,
  • NRW sich als (exportfähiger) Kompetenzstandort für Fragestellungen profilieren, die die Zukunft des Alterns und das Altern der Gesellschaft betreffen.
  • Seit dem Jahr 2003 hat sich die Landesinitiative zudem intensiv um eine Einbettung ihrer Arbeit in europäische Zusammenhänge und um Zugang zur EU-Ebene bemüht und war an der Gründung eines europaweiten Netzwerks beteiligt.

Um die Seniorenwirtschaft in NRW zu aktivieren, haben das Ministerium für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie (MASQT) sowie das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit (MFJFG) die Landesinitiative Seniorenwirtschaft aufgebaut und mit einer wissenschaftlichen Geschäftsstelle ausgestattet. Sie hat ihren Sitz am Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen und wird in fachlichen Fragen sowohl vom IAT selbst, als auch von der Forschungsgesellschaft für Gerontologie (FFG) in Dortmund unterstützt und begleitet.

Vorgehen

Zur Umsetzung des Projekts fokussierte die Geschäftsstelle Seniorenwirtschaft ihre Arbeit auf vier Aktivitäten:

  • Inhaltliche Unterstützung von Arbeitskreisen aus Wirtschaft, Sozialwesen, Politik und Wissenschaft (zunächst in den drei Themen Telekommunikation und Neue Medien; Wohnen, Handwerk und Dienstleistungswirtschaft; Freizeit, Tourismus, Sport und Wellness). Diese Arbeitskreise sollen Gestaltungsmöglichkeiten herausarbeiten und deren Umsetzung planen.
  • Konkretisierung von Projektideen und Moderation von Innovationspartnerschaften und Kompetenznetzwerken.
  • Aufbereitung von Informationen zu den Entwicklungstrends im Bereich Produkte und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter.
  • Durchführung von Veranstaltungen

Ergebnisse

Die Landesinitiative Seniorenwirtschaft arbeitet in den prioritären Handlungsfeldern:

  • Telekommunikation und Neue Medien für Ältere
  • Wohnen, Handwerk und Dienstleistungswirtschaft
  • Freizeit, Tourismus, Sport, Wellness und Kultur

Zudem werden parallel am aktuellen Bedarf und neuen Fragestellungen orientierte temporäre Arbeitsgruppen ins Leben gerufen.

Die Geschäftsstelle versteht sich als Konzeptions-, Umsetzungs-, Koordinations- und Evaluierungsstelle und führt ihre Arbeit in enger und kontinuierlicher Abstimmung mit dem federführenden Ministerium durch. Sie fördert dabei zum einen den Dialog mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Verbänden und öffentlicher Hand und führt Maßnahmen zur Sensibilisierung der Akteure z.B. durch die Organisation von Workshops, Arbeitsgruppen, Veröffentlichungen, bilateralen Kontakten und Tagungen durch. Zum anderen erarbeitet sie in Kooperation mit relevanten Akteuren inhaltliche Vorschläge für prioritär zu verfolgende Maßnahmen, deren Umsetzung sie anstößt und begleitet und hinsichtlich ihrer Beschäftigungs- und Wohlfahrtseffekte bewertet. Weiterhin betreut sie die Bearbeitung relevanter Forschungsfragestellungen.

Darüber hinaus besteht eine weitere wesentliche Aufgabe der Geschäftsstelle darin, das Thema Seniorenwirtschaft und die im Rahmen der Landesinitiative angestoßenen Projekte öffentlichkeitswirksam darzustellen und zu vermarkten. Dies soll sowohl dazu dienen, ihren Stellenwert für die Beschäftigungspolitik und die Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen deutlich zu machen, als auch Anstöße zum Transfer und zur Verbreitung entsprechender wirtschaftlicher Initiativen zu geben.

Die Geschäftsstelle Seniorenwirtschaft koordiniert temporär und themenspezifisch angelegte Arbeitskreise. Darüber hinaus führt sie handlungsfeldübergreifende Aktivitäten und Projekte durch. Des Weiteren steht sie als Informations- und Kompetenzadresse für eine Fülle von Anfragen zur Verfügung.

In der Vergangenheit sind von dieser Geschäftsstelle insbesondere in ihren definierten Handlungsfeldern aber auch in handlungsfeldübergreifenden Themengebieten zahlreiche Aktivitäten initiiert und durchgeführt worden, die ausführlich in den Statusberichten der Geschäftsstelle, dem Bericht der Ministerin für Gesundheit, Soziales Frauen und Familie NRW zu entnehmen sind. Dabei ist es in vielen Bereichen gelungen, auf die ökonomischen Möglichkeiten der Seniorenwirtschaft aufmerksam zu machen und positive Beschäftigungseffekte zu erzielen; aber sowohl in der Breite als auch in der Tiefe muss der Stellenwert der marktrelevanten Zielgruppen der Senioren/innen zwischen “55 und 100+” im unternehmerischen wie gesellschaftlichen Umfeld erhöht und in stärkerem Maße verankert werden. Konzentriert hat sich die Arbeit im abgelaufenen Zeitraum auf die Entwicklung und Erstellung konkreter Produkte und Veranstaltungen, die durch organisatorische und inhaltliche Öffentlichkeitsarbeits-, Unterstützungs- und Beratungsleistungen ergänzt wurden.