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Das QUATRO-Projekt Aufbau und Erprobung eines Kompetenznetzwerks für Frauen / QUATRO

Ziel und Aufgabenstellung

Das “Kompetenznetzwerk für Frauen” ist eine Antwort auf eine vielfältige, von Unternehmen beklagte Mangelsituation: es fehlt in Deutschland (und der EU) an Fachkräften mit primären und sekundären IT-Kompetenzen, und es fehlt an dem Gegenstand und den Zielgruppen kongruenter Lernsysteme und -methoden.

Das Hauptziel des Projektes war die Neuentwicklung eines Lernarrangements auf elektronischer Basis, um in arbeitsmarktrelevanten Bereichen das Potential der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und medien (IT) als Gegenstand der Qualifikation und als System von Lernmethoden maximal zur Geltung zu bringen.

Das zu entwickelnde Lernarrangement zielt auf die Schaffung eines vernetzten und vernetzenden Instrumentariums ab: in einer ringförmigen Topologie wurden ExpertInnen und TeilnehmerInnen in einer offenen und flexiblen Entwicklungsumgebung, dem “virtuellen Zentrum flexiblen Lernens” integriert, um Webbasierte Lernmodule zu entwickeln, anzuwenden, anzupassen und weiter zu geben. Der Dialog zwischen ExpertInnen und TeilnehmerInnen, Unternehmen und anderen arbeitsmarktpolitischen AkteurInnen gehört zu den grundlegenden Strukturmerkmalen dieser vernetzten Lern- und Kooperationsumgebung, die deswegen zeitnah und effizient – im Idealfall proaktiv – auf Veränderungen der Nachfrage eingehen kann.

Die Zielgruppe waren von Erwerbslosigkeit bedrohte Frauen, deren Optionen, diese Gefahr abzuwenden, durch den Erwerb von IT- sowie innovativen Lern- und Netzwerkkompetenzen erweitert werden.

Vorgehen

  • Im Rahmen des Projektes wurden Tele-Lernmodule zu wichtigen Management- und IT-Themen entwickelt:
  • Informationstechnologie: Hard- und Software-Erfordernisse von Unternehmen – Management mit Hilfe von IT
  • E-Commerce
  • Projektentwicklung und Erfolgskontrolle
  • Telecooperation

Auf der Plattform des “virtuellen Zentrums” wurden Texte der Module an die Teilnehmerinnen und ExpertInnen verbreitet. Über E-Mail (private Kommunikation) und ein Conferencingsystem (öffentliche Diskussion) hat dann die Diskussion und aktive Vernetzung stattgefunden. Der Austausch lief in mehreren “Ringen”. Bei der Erstellung der Module ist es der Austausch zwischen den AutorInnen/TutorInnen/ExpertInnen, d.h. der Projektkoordination, der wissenschaftlichen Begleitung und den ExpertInnen. Bei der Durchführung von öffentlichen Workshops ist es der Austausch zwischen allen Teilnehmerinnen (einschließlich der ExpertInnen).

Abschlussworkshop und Vortrag:
Web-basiertes Lernen: Chancen oder Risiken für Arbeitnehmerinnen und Unternehmen?
Montag, 23.10.2000, IAT, Gelsenkirchen.


den Hertog, J.F., 1999: The knowledge enterprise: The choice for intelligent business strategies.
Vortrag im Rahmen des Workshops 'Strategische Wissensnetze', IAT Gelsenkirchen, 21. Oktober 1999
(benötigt Microsoft PowerPoint 97 oder den kostenlosen Viewer)

Ergebnisse

  • Die Teilnehmerinnen an den Web-basierten Trainingsmodulen haben großen Nutzen aus der Qualifizierung gewonnen: mehr Souveränität im Umgang mit den neuen Technologien und besonders dem Internet und eCommerce, zusätzliche Kompetenzen in der Planung und Durchführung von Projekten, besonders eCommerce-Projekten. Dieser Nutzen kommt auch den Unternehmen (KMUs) zugute, wo die Frauen beschäftigt sind. In eine Reihe von Fällen führte die zusätzliche Qualifizierung durch das Projekt noch während seiner Laufzeit zu Arbeitsplatzwechseln und einer Verbesserung der beruflichen Situation.
  • Entstanden ist ein web-basiertes Lernsystem, das besonders auf die Zielgruppe zugeschnitten war, aber auch modifiziert für andere Zielgruppen eingesetzt werden kann.
  • Neben dem Lernsystem und der Auseinandersetzung über die speziellen Methodologien für Web-basiertes Lernen, die sich in einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Präsentationen niedergeschlagen hat, wurde eine Webplattform entwickelt, die für die Weiterentwicklung des Kompetenznetzes “web-basiertes Lernen in der betrieblichen und beruflichen Weiterbildung” zur Verfügung steht. Die Plattform dient zum Austausch unter und zwischen Praktikern und Experten und für die Präsentation und Diskussion von “best practice” in diesem Bereich.